Pflanze des Monats September: Gaura lindheimeri

Gaura lindheimeri – welch wundervoller Name. Und sie macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Diese Pflanze hat mich sozusagen heimgesucht. Einmal gepflanzt hat sie in meinem Garten ihre Heimat gefunden, denn sie scheint sich bei mir sehr heimisch zu fühlen. Unentwegt sät sie sich aus, immer und immer wieder. Das macht mich glücklich und ich fühle mich geehrt.

Mit der Gaura ergeht es mir so, wie Eva Demski es in ihrem wunderbaren Buch „Gartengeschichten“ (Insel Verlag 2009) im Kapitel „Flugsamen“ (S.124) beschreibt:

 

„wie bezaubernd ist es …, wenn etwas von uns

und unserem kleinen Stück Erde Besitz ergreift,

das wir gewiss nie wieder gehen lassen,

auch wenn es nie dort ist, wo wir es haben wollen.“

 

Diese Sätze bezogen sich zwar nicht auf die Gaura, hätten aber für sie geschrieben sein können. Ordentlich ins Beet an einen dafür vorgesehenen und standortgerechten Platz gepflanzt, wandert die Pflanze durch meinen Garten und sucht sich ihre eigenen Plätze.

Sie samt sich in Töpfen aus, besonders gerne aber in der Nähe der Terrasse. Dort läuft ja immer etwas Wasser in die angrenzenden Bereiche, nachdem die abendliche Gießerei beendet ist. Dieser Platz behagt ihr und auch der sich ebenfalls gerne aussamenden Echinacea wohl sehr.

 

Die beiden scheinen ein Bündnis geschlossen zu haben, mich so langsam auf meiner Terrasse einwachsen zu lassen. Denn eines wissen diese beiden auch, ich zitiere wieder Eva Demski (S.125):

„Ich kann nämlich so ein Pflänzchen, bei dem ich sehen kann, was es werden will …“

(und bei Gaura und Echinacea kann ich das inzwischen sehr gut sehen)

 „… - nicht einfach rausreißen. … Das wissen sie und machen sich breit

und ich entschließe mich, sie liebzuhaben, ganz gleich, wo sie auftauchen.“

Dieser selbstgesuchte Standort bietet der Gaura ausreichend Sonne, vom frühen Morgen bis zum Nachmittag. Gleichzeitig ist sie dort relativ windgeschützt. Sie blüht unermüdlich, von Anfang Juni bis in den November.

Wenn eine ihrer vielen Blüten verblüht, öffnet sich die nächste Blüte. Dabei verändert sie ihre Farbe. Die Blüte meiner Gaura ist reinweiß. Erst im Verblühen nimmt sie eine rosa Farbe an.

 

Das Besondere ist, dass jede Einzelblüte nur einen einzigen Tag blüht. Aber permanent bilden sich neue Blüten, so dass die Gaura ein wirklicher Dauerblüher im Hochsommer ist.

 

Jede ihrer Rispen enthält:

  • Knospen – für die Vorfreude,
  • Blüten – zum sich dran Erfreuen,
  • verblühte Blüten– für ein zartes Farbenspiel und
  • Samenkapseln – für die Gewissheit: Gaura geht mir nicht verloren.

Gaura kommt aus dem Griechischen, gauros, das bedeutet Stolz. Gaura lindheimeri gehört zu den Nachtkerzengewächsen. Und eine stolze Nachtkerze – eine Prachtkerze, so der gebräuchliche Name – ist sie in der Tat.

Sie steht locker aufrecht in schlanken Rispen, jede einzelne wie eine Kerze. Ihre Blüten sind wie zarte Sterne oder weiße Schmetterlinge. Sie bewegen sich anmutig mit jedem Luftzug – der reinste Sternenblütentanz.

Ihre Heimat ist das südliche Nordamerika. Dort lebt sie in der Prärie, weshalb sie auch Präriekerze genannt wird. Sie ist also eine ideale Pflanze für sonnige, trockene Standorte, wie wir sie zunehmend in Rheinhessen bekommen. Kalktolerant ist sie auch und aufgrund des trockenen Standortes ist sie auch schneckenresistent.

"Obwohl ich gelesen habe, dass die Gaura für Insekten nicht besonders interessant sein soll, kann ich das nicht bestätigen. Zumindest Bienen werden von ihr magisch angezogen."

Es grüßt von Zaun zu Zaun Gartenführerin Cathrine Schmidt

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